Aufhebung der Schulbezirksgrenzen problematisch für Städte und Gemeinden

Grundschule in Harsewinkel
Hans Feuß, stv. Fraktionssprecher

Die von der neuen Landesregierung im Koalitionsvertrag geplante Aufhebung der Schulbezirksgrenzen für Grundschulen stößt bei Schulträgern auf Widerstand und Skepsis. Im Jahre 2004 wurden nach der Statistik des Schulamtes für den Kreis Gütersloh in den 13 Städten und Gemeinden des Kreises insgesamt 4656 Erstklässler eingeschult. In diesem Jahr wird eine ähnliche Zahl werden. Da keine Vorstatistik erhoben wird, steht die genaue Zahl erst im Oktober fest. Bisher werden die Grundschüler in der Grundschule ihres Wohnbezirkes eingeschult, getreu dem Motto „Kurze Beine, kurze Wege“. Hans Feuß, Vorsitzender des Schulausschusses der Stadt Harsewinkel: „Schulbezirke haben sich für die Kommunen bewährt, und sie nutzen auch Eltern und Kindern.“
Nach dem Willen der neuen Landesregierung soll sich das spätestens in drei Jahren ändern. Dann können sich die Eltern die Grundschule für ihr Kind selbst aussuchen. Diese Entscheidung hält der Städte- und Gemeindebund Nordrhein-Westfalens für problematisch in seiner Erklärung zum Koalitionsvertrag für problematisch. So sieht es auch Hans Feuß: “Schulbezirke sind für die Kommunen ein Instrument, um eine geordnete Schulentwicklung zu betreiben. Außerdem sichern Schulbezirke eine wohnortnahe Beschulung der Kinder, die mit ihren Freunden aus dem Kindergarten dann auch gemeinsam ihre Grundschule besuchen.“
Zudem äußert der Städte- und Gemeindebund in seiner Stellungnahme zum Koalitionsvertrag die Befürchtung, „ dass attraktive Schulen zu Lasten benachteiligter Schulstandorte Schülerströme an sich ziehen und dass es zur ‚Gettoisierung’ bestimmter Schulen kommen könnte, so dass im Ergebnis die Chancengleichheit nicht mehr gewährleistet wäre.“
Seine Hoffnung, dass es nicht Aufhebung der Schulbezirksgrenzen kommt, setzt der Vorsitzender der AfB der SPD im Kreis Gütersloh Hans Feuß auf die Schulministerin Barbara Sommer. “Frau Sommer hat als Schulamtsdirektorin im Kreis lange Jahre gute Arbeit geleistet und in den einzelnen Städten und Gemeinden positive Erfahrungen mit den Schulbezirken gemacht“
Man darf gespannt sein, wie sich die Städte und Gemeinden zu dieser geplanten Maßnahme der Landesregierung verhalten. Des weiteren will die neue Landesregierung auch die Schulbezirksgrenzen bei Berufskollegs aufheben.