Entscheidung zum Spökenkiekermarkt vertagt

„Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Die SPD-Fraktion hatte am Montagabend in einer Probeabstimmung auf der Fraktionssitzung zum Thema „Abschaffung des Spökenkiekermarktes“ ein bemerkenswertes Abstimmungsergebnis der neun Anwesenden zu verzeichnen.
3 Ja, 3 Nein und 3 Enthaltungen.
Bevor der politischen Mitbewerber einer „heillosen Zerstrittenheit“ der SPD- Fraktion das Wort redet, sei hinzugefügt, die Abstimmung fand vor der inhaltlichen 60-minütigen Diskussion statt. Allen Diskussionsbeiträgen war eine gewisse persönliche Emotionalität zu eigen.
Das „Ja“ wurde mit persönlichen Kindheitserinnerungen, aktueller Elternverantwortung und Erhalt von Kulturtraditionen begründet, die man nicht mit Geld aufwiegen kann.
Das „Nein“ wurde mit „unverhältnismäßigem Ordnungsaufwand“, mit der „Notwendigkeit des Sparens“ und Hinweisen, dass eine Tradition für sich allein wertlos ist, begründet.
Und die „Enthalter“ waren hin und hergerissen ob der Argumente des Für und Wider.

Was kann man daraus lernen? Zunächst, das ist sicher: Die Abschaffung des Spökenkiekermarktes ist keine Frage, die man mit parteipolitischen Argumenten beantworten kann.
Zweitens: Es gibt kein klares „Nein“ und auch kein klares „Ja“ in dieser Frage. Die zur Diskussion stehenden Argumente sind so unterschiedlich, sie sind nicht gegeneinander aufwiegbar. Alle Pro und Contra –Argumente haben ihre Berechtigung. Dies zeigen auch die vorliegenden Stellungnahmen des Verkehrsvereins, des Schaustellerverbandes, des Ortsvorstehers und des Marktmeisters.

Was also tun? Auf ein heutiges Zufallsergebnis nach der Facon des einzelnen Ausschussmitgliedes vertrauen? Sich mit einer guten, gutgemeinten aber wie auch immer nicht repräsentativen Internetumfrage seine jeweilige „persönliche Wahrheit“ bestätigen lassen?

Machen wir also aus der Not eine Tugend! Kaum ein Thema, so die Auffassung der großen Mehrheit der SPD-Fraktion eignet sich so sehr für einen Entscheid durch die Bürger selbst wie dieses. Schade also, dass jetzt gerade mal keine Rats,- Landtags- oder Bundestagswahl ansteht. Das hätte man gut damit verbinden können. Ein alleiniger Wahltermin erscheint Aufwand und Nutzen jedoch auch nicht widerzuspiegeln.
Die Mehrheit der SPD-Fraktion schlägt daher vor, die Entscheidung in die Hände derjenigen zu geben, die die Hauptnutzer der Kirmes sind: In die Hände der Kinder und Jugendlichen.
Dies hat auch gleich einen doppelten Nutzen, nämlich Kinder und Jugendliche für Kommunalpolitik zu begeistern, für’ s Mitmachen und Mitentscheiden.

Die Mehrheit der SPD-Fraktion beantragt daher im ersten Quartal 2011 in den Grundschulen und weiterführenden Schulen eine Schülerabstimmung zur Abschaffung oder Erhalt der Kirmes ab 2012 durchzuführen. Das Thema sollte in Zusammenarbeit mit den Schulleitungen Kind- und jugendgerecht aufbereitet werden und danach in den Klassen mit Stimmzettel abgestimmt werden.

Die ganz, ganz große Mehrheit der SPD-Fraktion würde ein solches Kinder- und Jugendvotum übernehmen und für sich als verbindlich akzeptieren.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.