Begriff „Klimanotstand“ entschärft, wirksame Maßnahmen geschärft!

Windrad in Harsewinkel

In einer hitzigen Debatte hat der Rat der Stadt Harsewinkel einstimmig dem SPD-Antrag auf Feststellung des Klimanotstands beschlossen – bis auf den Begriff. Dieser ist nun eingeflossen in ein Bekenntnis zu den Klimazielen der Bundesrepublik und der EU und die Einsicht, diese Ziele ernsthaft zu erreichen. Diesem Spiel der Worte folgen nun die nächsten notwendige Schritte: der Klimawandel hat jetzt hohe Priorität bei politischen Entscheidungen, es erfolgt eine regelmäßige Berichterstattung, ob die Ziele des Klimaschutzkonzept umgesetzt wurden und die Stelle des Klimaschutzmanagers ist entfristet. Lupenreine Umsetzung des SPD-Antrags, der in seinem Gehalt wichtiger ist als in seiner Wortwahl.

Wörter fielen der CDU-Fraktionssprecherin in der Nacht vor der Ratssitzung dann doch nicht so schnell ein, so dass der eilig verfasste Gegenantrag fast wörtlich vom Fraktionssprecher des Gütersloher Kollegen abgeschrieben wurde… Etwas peinlich, aber in der Summe ein guter Tag für den Klimaschutz in Harsewinkel.

Denn das Klima verändert sich, und zwar bedrohlich: das 2-Grad-Ziel der Weltgemeinschaft scheint außer Reichweite zu gelangen, die Verkehrswende verläuft schleppend und Trumpisten und andere Klimaleugner blockieren zielführende Beschlüsse. Vor Ort wird in Versmold das Wässern der Gärten unter Strafe gestellt und in der Ems sterben Fische durch zu warmes Flusswasser. Der Klimawandel rückt somit näher an Harsewinkel heran und „macht um Harsewinkel keinen Bogen“, so Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide.

„Wir müssen bei politischen Entscheidungen wissen, wie viel CO2 produziert oder vermeiden wird“, so Antragsteller Ralf Dräger. Der Klimamanager der Stadt Florian Thöne, hat nun nicht nur eine berufliche Perspektive in der Mähdrescherstadt, er ist auch derjenige, der das Zahlenmaterial liefert und politische Prozesse sachkundig vorbereitet. „Bezahlt hat er sich schon jetzt“, so Fraktionssprecher Reinhard Hemkemeyer, „schließlich hat er der Stadt schon viel Geld gespart und Fördermittel akquiriert“.

Wenn jetzt noch der Windkraft in Harsewinkel eine echte Chance gegeben wird, kann in Harsewinkel ein echter Beitrag zur CO2-Vermeidung geleistet werden, liebe CDU…;-)